Das sind Tenside

Tenside

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In jedem Putz-, Spül- und Waschmittel finden sich Tenside, auch in Kosmetika zur Körper- oder Haarreinigung ist dieser Stoff vorhanden. Aber was machen sie genau?

 

Chemischer Aufbau eines Tensids

Ein Tensidmolekül ist eine lange komplexe chemische Verbindung. Die Moleküle bestehen aus einer längeren Kette eines Kohlenwasserstoffs. Dieser Teil ist dem Fett ähnlich. Der Chemiker spricht von lipophil, also fettliebend. Gleichzeitig ist dieser Teil des Tensids hydrophob, also Wasser abweisen. Diese Molekülkette endet in einer Verbindung, die hydrophil ist. Das Molekül hat also zwei Eigenschaften, es kann sich sowohl in Fett als auch in Wasser lösen.

Die geheimnisvollen Mizellen

Gibt man Tenside in Wasser, so ordnen sich diese Moleküle nach einem bestimmten Schema an. Die hydrophoben Anteile der Tensidmoleküle ballen sich zusammen. Es entstehen kleine Kügelchen, in denen sich der lipophile Teil der Moleküle durch den hydrophilen umgibt. Der Chemiker nennt diese Partikel Mizellen. Durch diese Anordnung der Moleküle in den Mizellen sind die Tenside im Wasser frei beweglich.

Änderungen des Benetzungsvermögens

Wasser hat eine große Oberflächenspannung und perlt daher von Oberflächen ab, es benetzt diese kaum. Treffen Mizellen auf die Grenzfläche zur Luft, ordnen sich die Moleküle neu. Der hydrophilen Teil bleibt im Wasser, der lipophile Teil ragt in die Luft. Dies reduziert die Oberflächenspannung, das Wasser kann zu reinigende Gegenstände gut benetzen.

Fette werden wasserlöslich

Treffen im Wasser befindliche Mizellen auf Fette oder Öle, richtet sich der hydrophobe Teil zum Fett aus. Der hydrophile Teil bleibt weiter im Wasser. Die Moleküle werden also zu einem Bindeglied zwischen Wasser und Fett. Auf diese Art wird fettiger Schmutz in Wasser gelöst. Über die verringerte Oberflächenspannung kann mit Tensiden angereichertes Wasser tief in verschmutztes Material eindringen und das Fett ablösen.

Umweltverträglichkeit von Tensiden

Egal ob natürliche oder künstliche Tenside, die Stoffe können in der Umwelt zu Schäden führen. Es ist daher wichtig, dass sie sich leicht abbauen lassen.

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