Eine gründliche Reinigung kann auch umweltfreundlich sein

Eine gründliche Reinigung kann auch umweltfreundlich sein

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Reinigungsmittel sind in den letzten Jahren in Verruf geraten. Oft entstand der Eindruck, dass jeder der zu einem Putzmittel greift, in Umweltsünder sei. Dabei muss niemand Abstriche bei Gründlichkeit der Reinigung machen, Hygiene und Umweltschutz sind nicht zwei verschiedene paar Schuhe, sondern ein zusammengehöriges Paar. Dabei gilt, das Bio ist keine Garantie für eine ökologische Reinigung ist. Der richtige Einsatz der Reiniger ist wichtig.

Weniger ist mehr

Je weniger Reinigungsmittel eingesetzt wird umso besser. Das ist kein Widerspruch zur Gründlichkeit, denn Reste von Reinigern sind oft der Grund für eine schnelle Neuverschmutzung. Ein feiner Film von einem Putzmittel lässt Kacheln und Fenster schmierig erscheinen und kann sogar die Ansiedlung von Keimen fördern. Oft genügt es, mit einem leicht angefeuchteten Lappen zu wischen, statt mit großen Mengen Wasser in dem Reinigungsmittel gelöst wurde. Das beliebte Mikrofasertuch ist immer Bio, denn mit diesen Tüchern benötigt man oft keine chemischen Zusätze zum Putzwasser. Ökologische Reinigung bedeutet so weit es geht Verzicht auf Reiniger jeglicher Art und den Einsatz von Mikrofasertüchern.

Es kommt auf die Dosierung an

Gerade Reiniger auf denen Bio steht führen oft zu einer unnötigen Belastung der Umwelt. Auch ökologische Reiniger enthalten Tenside, die in Kläranlagen abgebaut werden müssen. Terpene sind schwer abbaubar, egal ob diese künstlich hergestellt oder aus Orangenschalen gewonnen wurden. Viele Verbraucher machen den Fehler Putzmittel und Reinigungsmittel nicht nach Vorschrift zu dosieren, sondern viel zu große Mengen einzusetzen. Wenn Bio auf der Packung steht, sehen viele Menschen keinen Grund mit dem Mittel sparsam umzugehen, da diese Mittel als unbedenklich gelten. Ein chemisches Reinigungskonzentrat wird daher oft ökologisch sinnvoller verwendet als ein vermeintlich harmloser Bio-Reiniger. Das Bewusstsein, dass ein Mittel schädlich sein kann, verhindert den Einsatz in zu hohen Konzentrationen.

Mehrweg statt Einweg

Der Griff zum Papiertuch ist selten ökologisch sinnvoll, denn es gibt kaum einen sinnvollen und nachvollziehbaren Grund blütenweißes Papier zum Putzen zu verwenden und dieses zu entsorgen, sobald es verschmutzt ist. Küchenrollen bestehen meist nur zu einem Teil aus Recyclingmaterial, weil die Verbraucher kein grau verfärbtes Papier zum Reinigen verwenden wollen. Die meisten Menschen legen wert auf den Zusatz Bio, wenn Sie Putzmittel oder Reinigungsmittel kaufen, machen sich aber keine Gedanken darüber, mit welchem Aufwand Küchenpapier hergestellt wird, damit es den gleichen Standard wie ein Papiertaschentuch aufweisen kann. Der Einsatz von Mikrofasertüchern, die ausgewaschen werden und daher immer wieder verwendet werden können, ist ein wichtiger Schritt in Richtung umweltfreundlicher Reinigung.

Unsinnige Spezialprodukte vermeiden

Spezialprodukte wie Feuchtreinigungstücher zur Bodenpflege oder Badewannenreiniger mit Langzeitwirkung werden oft mit großem Werbeaufwand angepriesen und versprechen den Hausfrauen die Arbeit zu erleichtern. Diese Produkte hinterlassen in erster Linie einen Film auf den zu reinigenden Flächen. Haustierbesitzer werden sogar vor den Bodentüchern gewarnt, weil die Vierbeiner sich an dem Reinigungsmittel vergiften können. Das zeigt deutlich, dass der zurückbleibende Film ökologisch nicht unbedenklich ist. Dusch- und Wannenreiniger, die Wasser abperlen lassen und Kalk entfernen greifen auch die Fugenmasse an und sind immer chemische Keulen. Eine ökologisch sinnvolle Methode ist, Kacheln und Wanne nach der Benutzung mit einer Gummlippe abzuziehen, das verhindert garantiert Kalkflecke und macht kaum Mühe. Bei der gründlichen Reinigung genügt ein Neutralreiniger.

Natron, Soda und Co.

Urgroßmutter kannte noch keine Reinigungsmittel, die nach Himbeeren duften, in knalligem Pink eingefärbt sind und aus Plastikflaschen kommen. Sie wusste noch, dass man mit Natron oder Soda hervorragend auch hartnäckigen Schmutz entfernen kann. Statt einen quietschbunten Reiniger einzusetzen, ist es sinnvoller einen einfachen Neutralreiniger wie Schmierseife zu verwenden und die Reinigungskraft mit Natron oder Soda zu verstärken. Scheuermittel müssen nicht gleichzeitig nach Zitrone duften und Tenside enthalten. Wiener Kalk oder Schlämmkreide scheuern ohne diese Zusätze. Eine gründliche Reinigung ist auch mit diesen Mitteln möglich.

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